Zeichen der Zeit

24.10. – 7.3.
2027

3 Bilder

Kinder zeichnen, was sie sehen, was sie erleben und was sie sich vorstellen. Darin liegt eine besondere Qualität ihrer Bilder: Sie erzählen von Alltag und Familie, von Schule und Freizeit, von Wünschen und Ängsten, aber auch von gesellschaftlichen und historischen Ereignissen. «Zeichen der Zeit» bringt eine umfangreiche Auswahl aus dem Archiv der Kinder- und Jugendzeichnung der Stiftung Pestalozzianum zusammen, das heute rund 70’000 Zeichnungen, Scherenschnitte und Drucke umfasst.

Ein wichtiger Ausgangspunkt des Archivs liegt in der Reformbewegung «Neues Zeichnen». 1931 wurde am Pestalozzianum das Internationale Institut für das Studium der Jugendzeichnung gegründet. Statt Vorlagen möglichst genau zu kopieren, sollten Kinder mehr gestalterischen Freiraum erhalten. Ihre eigene Wahrnehmung, ihre Ideen und ihre Ausdrucksformen rückten ins Zentrum. Gleichzeitig begann das Institut, Zeichnungen aus der Schweiz und aus anderen Ländern zu sammeln und wissenschaftlich zu untersuchen. Über die Jahrzehnte kamen weitere grosse Bestände hinzu, darunter rund 22’000 Arbeiten aus dem Pestalozzi-Kalender-Wettbewerb sowie private Sammlungen von Schweizer Lehrpersonen.

Mit einer Auswahl aus 1111 Zeichnungen folgt die Ausstellung diesem diesem Gedanken des eigenen Blicks. Ob eine Zeichnung Kunst ist, steht dabei nicht im Vordergrund. Entscheidend ist, was sie sichtbar macht. Da ist der Vater bei der Arbeit, die Schwester beim Spielen, ein Tier, eine Landschaft oder ein Lieblingshobby. Neben diesen alltäglichen Beobachtungen stehen Bilder, in denen die grossen Ereignisse ihrer Zeit unmittelbar präsent werden. Besonders eindrücklich sind die Zeichnungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. 56 dieser Arbeiten wurden 2025 in das internationale UNESCO-Register «Memory of the World» aufgenommen.

So entsteht ein Blick auf mehr als ein Jahrhundert aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen. Ihre Bilder sind fantasievoll und genau, manchmal heiter, manchmal verstörend direkt. Zugleich verändert sich über die Jahrzehnte die Art des Zeichnens: Motive, Striche, Farben und Techniken erzählen ebenso von ihrer Zeit wie das Dargestellte selbst. Das Archiv wird damit zu einem Wissensspeicher der Bildungs- und Kulturgeschichte.

«Zeichen der Zeit» lädt dazu ein, sich in dieser Bilderfülle zu verlieren und Verbindungen zwischen den Jahrzehnten zu entdecken. Was verändert sich? Was kehrt wieder? Und was erzählen Kinderzeichnungen über eine Zeit, wenn wir sie viele Jahre später betrachten?

Veranstaltungen zur Ausstellung

17:00 – 18:00

Lehrpersonen-Apéro

Preview Zeichen der Zeit

11:00

Eröffnung «Zeichen der Zeit»

13:00 – 17:00

Kumundar – das magische Holzhaus aus Japan

Bau dein eigenes Klettergerüst

18:00 – 19:00

Ein Jahr in der Natur

Levi Fitze

14:00 – 16:00

Geschichtenwelten und Klebe-Kunst

Lesen und Zeichnen mit Vera Eggermann

18:00 – 19:00

Die Kunst der digitalen Welten

Don Schmocker

18:00 – 19:00

Wie wird man eigentlich erwachsen?

Dr. med. Kurt Albermann

18:00 – 19:00

Die Welt der Kinderzeichnungen

Bettina Uhlig und Hans ten Doornkaat