Zeichen der Zeit
24.10. – 7.3.
2027
Gezeigt werden 1’111 Zeichnungen aus dem Archiv der Kinder- und Jugendzeichnung der Stiftung Pestalozzianum, eine kuratierte Auswahl aus einem beeindruckenden Fundus von mittlerweile rund 70’000 Zeichnungen, Scherenschnitten und Drucken.
Was 1932 im Kontext der Reformbewegung «Neue Zeichnung» begann, hat sich zu einer der bedeutendsten Sammlungen ihrer Art entwickelt. Die Exponate spannen einen Bogen vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Die Frage, ob das Gezeigte als Kunst zu gelten hat, tritt hier zugunsten der kindlichen Unmittelbarkeit zurück. Für ein Kind stellt sich diese Frage beim Zeichnen nicht; es schafft aus dem Moment heraus. Was zählt, ist der Inhalt: der unverstellte Blick auf die Welt. Die Ausstellung ist ein Fenster in vergangene und gegenwärtige Realitäten. Wir sehen den Vater in seiner Werkstatt, die Schwester beim Spielen oder die Hingabe an ein Lieblingshobby. Doch auch die grossen Zäsuren der Geschichte hinterlassen ihre Spuren. So finden sich bedrückende Zeugnisse des Zweiten Weltkriegs unmittelbar neben Alltagsszenen.
Dieser Blick der Kinder durch die Jahrzehnte ist mal verschönert und voller Fantasie, mal verstörend ehrlich und direkt. Es ist eine Reise durch die Zeit, die nicht nur zeigt, was gezeichnet wurde, sondern auch wie. Die Veränderung des Strichs, der Farben und der Techniken über die Generationen hinweg macht den Wandel der Zeit physisch greifbar.
«Zeichen der Zeit» bietet keinen fertigen Deutungsrahmen an. Stattdessen ist jede Besucherin und jeder Besucher eingeladen, ganz individuell in diese Bilderflut einzutauchen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und sich selbst ein Bild davon zu machen, wie wir die Welt sehen und festhalten.
Bild: Das Wunderauto, 1982 Knabe (12), Farbstft, Pestalozzi-Kalender-Wettbewerb Pestalozzianum